28. November 1820
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ab 1839
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1841 und 1842
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1844
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1847
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1848
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1850
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1869
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5. August 1895

geboren als Sohn eines wohlhabenden Textilfabrikanten in Barmen, dem heutigen Wuppertal, später absolvierte er eine Lehre als Kaufmann in Bremen.

publizierte er literarische und philosophische Werke.

verbrachte er in Berlin seinen Militärdienst. 1842 begegnete er erstmals Karl Marx in Köln. Engels arbeitete zunächst in der Niederlassung seines Vaters im englischen Manchester und kam dort eng mit der Arbeiterwelt in Berührung. Er lernte die sozialen Verhältnisse in England kennen, und für ihn stellte sich bald die Arbeiterfrage.

begegnete er Karl Marx in Paris wieder.  Aus diesem Treffen entwickelte sich eine
lebenslange Freundschaft und Zusammenarbeit.


trat Engels dem „Bund der Gerechten“, eine Organisation, die in London wirkte, bei. Daraus wurde später der „Bund der Kommunisten“, für den Engels und Marx 1848 das „Kommunistische Manifest“ erarbeiteten. Geschrieben wurde es von Karl Marx, wozu Engels den Entwurf lieferte.

war Engels nicht nur literarisch und theoretisch am revolutionären Kampf seiner Zeit beteiligt, sondern griff auch aktiv ein. So unterstützte er die Kämpfe der Freischaren in Baden und in der Pfalz. 1848, während der Revolutions-unruhen in Deutschland, gab er zusammen mit Karl Marx die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus.

arbeitete Friedrich Engels wieder in der Niederlassung in Manchester. Aus dieser Beschäftigung heraus war es ihm möglich, Karl Marx sein Leben lang finanziell zu unterstützen.

wurde er – nachdem er das elterliche Unternehmen verlassen hatte – Sekretär im Generalrat der  „Internationalen  Arbeiterassoziation“ in London, genannt die "Erste Internationale". Zwar galt während der ganzen Zeit der Zusam-menarbeit Karl Marx als führender Denker des Sozialismus, doch nach dessen Tod im Jahr 1883 übernahm Engels diese Rolle. In ihren Schriften beschäftigten sich die beiden Philosophen mit der systematischen Herleitung und Erläuterung der sozialistischen, kommunistischen Grundsätze, die später als Marxismus bekannt wurden. Darüber hinaus wandte sich Friedrich Engels auch Themen aus der Mathematik, Militärwissenschaft, den Sprachen, Naturwissenschaften und der Anthropologie zu.

Friedrich Engels starb in London.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 









Im folgenden einen Auszug aus den biographischen Skizzen "Der rote Baumwoll - Lord" von Hans- Michael Bernhardt  
 

Keine Frage also: Friedrich Engels ist eine bedeutende Persönlichkeit deutscher Geschichte gewesen, ein "großer Deutscher", wie Willy Brandt ihn genannt hat. 

Der Zeitpunkt zu einer Neubewertung seiner Person ist günstig. Erstmals - nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Welt - besteht die Chance, Engels unbefangener zu betrachten. Er ist nicht länger nur Klassiker und Säulenheiliger des Marxismus, sondern als Mensch seiner Epoche zu besichtigen. Dabei zeigt sich, dass wichtige Momente seiner Persönlichkeit bisher unterbelichtet geblieben sind. Hinter dem ideologisch geprägten Bild vom Wegbereiter des Kommunismus werden andere Konturen sichtbar.

Nach Herkunft, Bildung, Beruf und Lebensführung ist Friedrich Engels zuerst Bürger gewesen,...

Paradigmatisch hat er die zentralen wirtschafts- und bildungsbürgerlichen Momente des im 19. Jahrhundert neu formierten Bürgertums in sich vereint.

Festzumachen ist dies zum einen an seiner zwanzigjährigen Tätigkeit in der Führungsebene eines Textilunternehmens wie auch an seinem Lebensstil im englischen Exil; zum anderen an einer bemerkenswerten Hochschätzung von Bildung, die ursächlich gewesen ist für seine lebenslangen, autodidaktischen Studien.

Auch Engels als 1848er wird man mit den antagonistischen Deutungsmustern des 20. Jahrhunderts nicht gerecht. Das in vielen Jahrzehnten bereits marmorierte Bild vom Kommunisten Engels macht es uns schwer, ihn innerhalb der bürgerlich-liberalen Bewegung seiner Zeit wahrzunehmen. Das hat auch mit unserem Geschichtsverständnis zu tun, das revolutionäre Traditionslinien nicht oder nur negativ zur Kenntnis nimmt. Einem unbefangenen Betrachter werden eher die Gemeinsamkeiten mit 1848/49 auffallen, weniger die trennenden Momente.

Als oppositioneller Publizist, als Redner auf Volksversammlungen oder Soldat unter aufständischen Freischärlern gehört Engels zu den auffälligen Persönlichkeiten und Protagonisten der Revolutionszeit.

Seine Motive, sich politisch zu betätigen, haben viel mit der "sozialen Frage" zu tun.

Er ist einer der wenigen bürgerlichen Intellektuellen, die sich bereits zu Beginn des Industriezeitalters des grassierenden Massenelends auf völlig neue Weise, nicht mehr im Sinne tradierter christlicher Nächstenliebe, annehmen.

Engels setzt er auf die Eigeninitiative der Unterschichten, darauf, dass sie sich solidarisch zusammenschließen. Mitte des 19. Jahrhunderts die Emanzipation der Arbeiter zu verlangen, ist ungewöhnlich, gehört aber zum Programm dieser Revolution, wenn auch an ihrem äußersten linken Rand.

Es ist also an der Zeit, seine sozialemanzipatorischen Ansprüche als integrierten Bestandteil der 1848er Bewegung anzusehen.

 

Auch Engels' Tätigkeit als politischer Publizist bedarf der Neubewertung. Seine Veröffentlichungen haben, ohne stereotyp als Bausteine einer sogenannten sozialistischen Wissenschaft herhalten zu müssen, entscheidend dazu beigetragen, die Dynamik der Industriegesellschaft überhaupt wahrzunehmen und auf den Begriff zu bringen. Obwohl das Wort "Kapitalismus" lange gar nichts und dann als politischer Kampfbegriff galt, hat es doch Eingang gefunden in die etablierte Wissenschaft und heute bezweifelt niemand ernsthaft, dass es ein kapitalistisches Wirtschafts- und Sozialsystem war, das sich im 19. Jahrhundert durchsetzt.

Ohne Übertreibung kann man sagen, Engels habe die Rolle der Ökonomie in der Geschichte erst entdeckt.

Seine Ideen über den Zusammenhang von materieller und geistiger Entwicklung fanden Eingang in die Wissenschaften und sind zum selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltagsbewusstseins geworden.

Die Entstehung der heutigen Sozialwissenschaften lässt sich wohl kaum ohne Engels denken. Es bleibt seine Wirkungsgeschichte.

Ohne Engels (und Marx) kein Kommunismus, kein sozialistisches Lager, gewiss.

 Ist demnach mit seinem Namen, bürgerlichen, emanzipatorischen und sozialwissenschaftlichen Momenten seiner Biographie zum Trotz, für immer der siebzigjährige Irrweg kommunistischer Staaten des 20. Jahrhunderts verbunden?

Korrekturen scheinen angebracht. An Vereinnahmungen fehlte es ja wahrlich nicht; auch die Sozialdemokratie hat sich bekanntlich auf Engels berufen und ihn zum "Wegbereiter der sozialen Demokratie" stilisiert. Tatsächlich entwickelte sich die SPD nach 1895 doch eher an Engels (und Marx) vorbei.  Ähnliches gilt auch für die kommunistischen Parteien und Staaten. Es ist daher hohe Zeit, Engels davon zu erlösen, was Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot auch in seinem Namen an Diktatur errichteten.

Kein Zweifel, Kommunist ist er seinen Überzeugungen nach gewesen, ungeachtet aller nachträglichen Umdeutungsversuche, doch immer nur aus dem Verständnis seiner Zeit heraus, als Ausdruck utopischer Endzeithoffnung vom Ende aller Klassen und der Möglichkeit zur Selbstverwirklichung der Individuen. Das macht ihn aber nicht zum Sinnstifter totalitärer Regierungs- und Parteiapparate.

Auch Charles Darwin ist schließlich nicht dafür verantwortlich zu machen, dass man seine Ideen zur Legitimation rassistischer Politik missbraucht hat.

Plausibler ist es, in Engels eher einen Seismographen für die großen Verwerfungen des Industriezeitalters zu sehen, für die Brüche, die sozialen Disproportionen der Moderne.

Wir sollten uns befreien von den vereinfachenden Denkmustern unseres 20. Jahrhunderts und in seiner Person weniger den Kommunisten, als den Bürger in seiner Zeit wahrnehmen. Gewiss, die Biographie ist nicht gradlinig, nicht frei von Widersprüchen, und Engels' Ideen sind es auch nicht. Er hat seinen Status als Unternehmer verachtet und gleichzeitig davon profitiert; er sehnte sich nach einer Überwindung der bürgerlichen Welt und ist doch ihr Repräsentant geblieben; er erlebte die legitimierende Wirkungen demokratischer Wahlen und hat doch die Demokratie nur als ein Durchgangsstadium angesehen; seine Visionen enthielten Elemente offener, demokratischer Verhältnisse genauso wie die geschlossener Systeme.

Engels Hoffnungen aber, eine Welt zu schaffen, in der der Ertrag der Arbeit allen Menschen zu Gute kommt, ist heute, im Zeitalter wirtschaftlicher Globalisierung, noch ebenso aktuell wie unerfüllt,  mithin also nicht so ganz fern den erzieherischen Zielsetzungen demokratischer Gesellschaften.

Quelle:

schule.de/schulen/fesber/berichte/engels/index.htm Der rote Baumwoll -Lord.
Biographische Skizzen [1] zu Friedrich Engels
von Hans-Michael Bernhardt